Home Fachwissen Toxikologie/Nebenwirkungen/Kontraindikationen Aktuelles zu den Zwischenfällen mit Dictamnus-haltigen Rezepturen

Aktuelles zu den Zwischenfällen mit Dictamnus-haltigen Rezepturen

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In Grossbritannien traten bei der Anwendung von Rezepturen zur Behandlung von atopischen Ekzemen zwei Todesfälle infolge von Leberversagen auf. Bei mehr als einem Dutzend weiteren Patienten endete der Zwischenfall nicht tödlich. Da Dictamnus in praktisch allen diesen Formeln vorhanden war, wurde diese Pflanze verdächtigt, verantwortlich oder allenfalls mitverantwortlich (zusammen mit der ebenfalls häufig in diesen Rezepturen mitverschriebenen Psoralea) für die schwerwiegenden Nebenwirkungen zu sein. Tatsächlich enthält Dictamnus die phototoxischen und teilweise an die DNS bindenden Chinolizidinalkaloide Dictamnin, Isodictamnin und Skimmiamin. Von der phytochemischen Toxikologie her kommt deshalb diese Pflanze am ehesten für die Problematik in Frage. Die Empfindlichkeit auf Dictamnus scheint sehr stark individuell zu variieren. Einige Personen zeigen bereits Blasen auf der Haut, wenn sie nur schon Dictamnusblätter streifen und diese Hautstellen dann dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Andere Personen zeigen keine Photosensibilität auf Dictamnus. Eine ähnliche Konstellation könnte auch bei den Leberfällen infolge derselben Chinolizidinalkaloide vorliegen: bei einem geringen Prozentsatz der Personen kam es zu den fatalen Leberschädigungen. Eine populationsspezifische Empfindlichkeit könnte ebenfalls gegeben sein. Personen in Grossbritannien scheinen am anfälligsten auf Leberreaktionen infolge von Einnahme von Dictamnus zu sein. Es wurde ausserdem von Fachpersonen angenommen, dass Personen vom keltischen Hauttyp (sehr helle, oft rote Haare, sehr helle Haut, oft Sommersprossen) eine grössere Wahrscheinlichkeit von unerwünschten Nebenwirkungen haben. Ausserdem soll die Kombination von Dictamnus mit Psoralea bevorzugt Schäden hervorrufen. Die Fälle von Leberproblemen sind dabei nicht nur nach langer Anwendungsdauer, sondern teilweise auch schon nach kurzer Einnahme der dictamnushaltigen Rezepte eingetreten. Zum Teil traten die Zwischenfälle auch gehäuft während einer Zweitanwendung auf. In Grossbritannien prüfen einige Therapeuten aufgrund dieser Vorfälle seit einigen Jahren bei sämtlichen Personen, die wegen Hautproblemen und atopischer Dermatitis behandelt werden, vor, während und teilweise lange nach abgeschlossener Behandlung die kritischen Leberwerte.
Complemedis ist die erste Firma in der Schweiz, die auf dieses und ähnliche Probleme aufmerksam macht. Kunden der Complemedis profitieren deshalb von einem enormen Wissensvorsprung. Complemedis empfiehlt Dictamni dasycarpi, Radicis Cortex (Bai Xian Pi) bei innerlicher Anwendung in einer Höchstdosierung von 20% der Gesamtrezeptur und nicht über längere Zeit zu verwenden. Rezepturen mit Dictamnus überwacht das EDV-unterstützte Rezepturerfassungssystem bei Complemedis automatisch.

Wir empfehlen ausserdem, dass bei der Einnahme von Dictamnus die Leberwerte geprüft werden. Therapeuten erhalten bei der Verschreibung von Dictamnus ein Merkblatt.

 


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