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Regelmässig erreichen uns Wellen von Mails zum Thema ‚Zukunft der natürlichen Heilmittel in Europa'. Dabei geht es meistens um ein Regelwerk, das in Brüssel ausgebrütet wurde und das man am besten im Original mal selbst liest: www.eur-lex.europa.eu/
Genauer Sachverhalt:
Bei der ganzen Geschichte geht es nicht um einzelne Heilkräuter, sondern um Medikamente, die aus solchen hergestellt werden, also um verwendungsfertige Arzneimittel, die mit Indikationen versehen sind. Da heisst es dann zum Beispiel, dass das Medikament gegen Bronchitis oder Rheuma oder Migräne oder Menstruationsbeschwerden etc. hilft. Solche mit Indikationen versehene verwendungsfertigen Arzneimittel (= Spezialitäten = engl. ‚patents') müssen bei einer Gesundheitsbehörde registriert werden, ansonsten dürfen sie nicht in den Handel gelangen.
Die neue Regelung ist vorab ein Problem für die Phyto-Pharma-Industrie, aber auch gleichzeitig ein Schutz für diese.
Viele solche Medikamente sind bereits auf dem Markt. Sie wurden von den herstellenden Firmen sorgfältig hergestellt, getestet und registriert. Der Aufwand dafür kann
sich schnell einmal auf Millionen von Franken oder Euro belaufen. Mit der neuen EU-Richtlinie sind die Hürden für die Registrierung eines solchen Medikamentes vielleicht noch ein bisschen höher als bisher gesetzt worden. Man kann darüber streiten, ob das richtig oder falsch ist, denn die neue EU-Richtlinie ist auch ein Schutz für die hiesige Phyto-Pharma-Industrie, indem sie die Hürden für den Markteintritt für Produkte zum Beispiel aus China gleich macht wie für Leute, die ein Johanniskrautextrakt als verwendungsfertiges Produkt in standardisierter Form mit Indikationen in Verkehr setzen konnten. Man will nicht, dass für Produkte aus andern Ländern weniger strenge Richtlinien herrschen. Es müssen also alle Kriterien erfüllt sein: Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit. Letztere beiden sind in Studien nachzuweisen, was bekanntlich einen sehr grossen Aufwand bedeutet und somit sehr teuer ist.
Jeder Patient sollte froh sein, dass ihm in Zukunft nicht etwas untergejubelt werden kann, was diesen Kriterien nicht entspricht.