Geschätzte Therapeutinnen und Therapeuten

Dieser Tage ist eine Mail des «TCM-Fachverbandes» in Umlauf gelangt, die vielleicht auch Ihnen zugegangen ist. Im elektronischen Newsletter «News of the Day» vom (27.2.19) verbreitet der Verband unter dem Titel «Teilweise Einschränkung der Abgabe von TCM-Heilmitteln in Apotheken» objektiv falsche, irreführende und Ihre Tätigkeit möglicherweise negativ beeinflussende Aussagen. Zitat Mail «TCM-Fachverband»:

«Seit einigen Monaten müssen Patienten ihre TCM-Heilmittel in der örtlichen Apotheke (Abgabeapotheke) abholen. Hergestellt werden die Magistralrezepturen durch eine TCM-Apotheke. Die Zusammenarbeit zwischen der TCM-Apotheke und der Abgabeapotheke ist durch einen kantonal bewilligten Vertrag (Lohnherstellungsvertrag) geregelt.»

Kommentar:

Diese Aussagen sind in mehrerlei Hinsicht objektiv falsch. Das revidierte Heilmittelgesetz des Bundes, in Kraft seit 1. Januar 2019, sieht in Artikel 9, Absatz 2ter, ausdrücklich vor (Zitat Gesetz): «Betriebe mit einer Herstellungsbewilligung des Instituts können ein Komplementärarzneimittel (…) auch ohne Lohnherstellungsauftrag nach Absatz 2bis herstellen und (…) vertreiben.» Selbstverständlich bleibt die gute, alte Lohnherstellung eine der Vertriebsoptionen, obwohl dieses Modell ganz eindeutig nur einer von mehreren vom Gesetz vorgesehenen Möglichkeiten entspricht. Objektiv falsch ist des Weiteren die Aussage, wonach Patienten ihre TCM-Heilmittel in der «örtlichen Apotheke» (Abgabeapotheke) abholen müssten. Zur Abgabe von Komplementärarzneimitteln berechtigt sind gemäss Vorgaben des Bundesrechts, und dies unbesehen von ihrem Standort, Arztpraxen (in Kantonen mit ärztlicher Selbstdispensation und bei Vorhandensein einer Praxisapotheke), Ladenapotheken, Drogerien und TCM-Therapeutinnen und -Therapeuten (bei Vorliegen eines eidg. Diploms und bei Vorhandensein einer Detailhandelsbewilligung des Kantons zum Führen einer Praxisapotheke) – allesamt natürlich nur im Rahmen ihrer Abgabekompetenz. Die von Ihnen empfohlenen TCM-Arzneimittel können, insofern sie der Abgabekategorie C (neu D genannt) zugeteilt sind, also beispielsweise auch durch eine Drogerie ausgehändigt werden. Derzeit beteiligen sich rund 450 fortschrittliche Apotheken und Drogerien am innovativen Distributionsmodell von Complemedis, welches auch Ihren Patientinnen und Patienten zur Versorgung mit den von ihnen benötigten Arzneimitteln verhilft.

Zitat Mail «TCM-Fachverband»:

«Es wurde festgestellt, dass gewisse Lohnherstellungsverträge nicht den Auflagen entsprechen, weshalb einige Kantone diese Verträge für ungültig erklärt haben. Dies betrifft nach unserem Kenntnisstand nur eine TCM-Apotheke. Magistralrezepturen, welche durch diese TCM-Apotheke hergestellt werden, dürfen durch die Abgabeapotheke deshalb nicht mehr an Patienten abgegeben werden. Sollte Ihre TCM-Apotheke von dieser Sperre betroffen sein, empfehlen wir Ihnen, vorübergehend auf eine andere TCM-Apotheke auszuweichen, die den Auflagen genügt und die ganze Schweiz beliefern kann. Bis sich die Situation normalisiert hat, können Ihre Patienten so weiterhin über örtliche Abgabeapotheken betreut werden.»

Kommentar:

Diese Passage betrifft ein Schreiben der für 5 Kantone der Innerschweiz zuständigen Kantonsapothekerin, welches sich zwischenzeitlich gemäss Auskunft der Verfasserin als irrtümlich verschickt herausgestellt hat. Die zwischen Ihnen und Complemedis AG geschlossenen Kooperations-Vereinbarungen sind landesweit rechtssicher, was vom Gesundheitsamt des Kantons Solothurn, der für Complemedis AG zuständigen Aufsichtsbehörde, bestätigt wird.

Es ist also Ihrerseits keinerlei Handlungsbedarf angezeigt, auch wenn Sie in der Innerschweiz tätig sind. Die im Compleweb aufgeführten Abgabestellen sind samt und sonders zur Abgabe legitimiert, und deren Pflichten als Abgebende sind durch Gesetz und Vertrag rechtskonform geregelt. 

Complemedis möchte auch an dieser Stelle ihrer grossen Sorge darüber Ausdruck verleihen, dass es Kreisen, die sich nur vordergründig mit der TCM identifizieren, und die sich an der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit komplementärmedizinischen Arzneimitteln zusätzlich bereichern möchten, immer wieder gelingt, willfährige Ausläuferinnen und Ausläufer für ihre dubiosen Absichten zu gewinnen. Seien wir also gemeinsam aufmerksam.

Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und werden uns gestatten, Sie bei Bedarf über den weiteren Verlauf der Angelegenheit zu informieren.

Freundliche Grüsse

Ihre Complemedis