Signaturenlehre – was ist jetzt das schon wieder? Hier der Ausschnitt aus Wikipedia:

Die Signaturenlehre ist die Lehre von den Zeichen in der Natur, die als Merkmale auf Ähnlichkeiten, Verwandtschaften und innere Zusammenhänge hinweisen. Analogien bestehen demnach zwischen Form, Farbe, Charakter, Geruch, Geschmack, Standort, Entstehungszeit, Farben, humoralpathologischen und astrologischen Zuordnungen und vielen weiteren Aspekten. Am prominentesten ist jedoch die Beziehung zwischen visuellen Ähnlichkeiten; gemäß dieser Logik sprach man beispielsweise der Bohne eine Heilwirkung bei Nierenleiden bei. Die Form der Walnuss prädestinierte sie für Behandlungen des Gehirns. Die Signaturenlehre beruht damit auf einem kosmischen Denken in Entsprechungen (universale Symphatie bzw. Mikrokosmos-Makrokosmos-Lehre).

In der TCM spielen Signaturen eine Rolle, jedoch wird nicht ausschliesslich auf sie abgestützt, sondern es kommen noch etliche andere Qualifikationskriterien dazu.

TCM-Pflanzen anhand ihrer Signaturen zu beschreiben, ist der Inhalt eines Buches von Andreas Kalg, dessen Lektüre mir so viel Freude bereitet hat, dass ich es hier ausdrücklich empfehlen möchte.
Der Autor ordnet die Kapitel nach der Art der Namensgebung, so zum Beispiel:

  • nach Form und Erscheinungsbild
  • nach der Farbe
  • nach dem Geschmack
  • nach dem Geruch
  • nach dem Anbaugebiet
  • nach Personen
  • nach den Jahreszeiten
  • etc.

Die chinesische Bezeichnung wird genau übersetzt und erläutert, sodass man oft schon dann mehr über eine Pflanze weiss als bisher. Die chinesischen Schriftzeichen werden genau angeschaut und auf Herkunft wird hingewiesen. So zeigen sich weitere Eigenschaften einer Pflanze. Häufig hat eine Pflanze nicht nur einen Namen, sondern trägt deren viele und auch daraus lassen sich interessante Schlüsse ziehen.

Andreas Kalg erwähnt zu vielen Kräutern aufschlussreiche Anekdoten und Geschichten, die sich um sie ranken. Er führt Quellen an und schliesslich kommt er auf die Anwendungen zu sprechen.

Oft ist es mir passiert, dass es mir bei der Lektüre wie Schuppen von den Augen fiel und ich auf einmal begriff, worin Wirkung und Wert dieses oder jenes Krautes bestand. Selten las ich ein so packendes und mit so viel Sorgfalt und Liebe geschriebenes Buch zur TCM.


Wer die Laudatio zum internationalen Buchpreis lesen möchte, findet sie hier.
pdf Buchpreis Juni 2010.pdf 17/06/2010

Von Herrn Kalg befinden sich in der Wissensrubrik auf der Complemedis-Homepage weitere Beiträge:


Severin Bühlmann im Frühling 2010