Yin&Yang, 5-E-Lehre

Die Chinesen brauchen ein anderes Modell als das c-g-s-System. (centimeter-gramm-sekunde-System, siehe Artikel "Grundlagen der westlichen Medizin") Es tönt uns, die wir an letzteres gewöhnt sind, etwas fremd und - wie wir eben so sind - lächeln wir gerne über etwas, was wir nicht kennen. Die Masstäbe der Chinesen heissen Yin & Yang und die Fünf-Elemente-Lehre (einige sagen die Lehre der fünf Wandlungsphasen, was das gleiche bedeutet). Tatsächlich sind das aber zwei ganz taugliche Instrumente um gewisse Vorgänge in der Natur zu erklären. Yin & Yang ist ein Mass für polare Gegensätze in der Natur, zum Beispiel:

Tag – Nacht
Sonne – Mond
Oben – unten
Hitze – Kälte
Aussen – innen
 
Polare Gegensätze findet man auch beim Menschen und das Yin-Yang Prinzip kann auch da angewandt werden:

Mann – Frau
Rücken – Bauch
Rumpf – Extremitäten
Wach sein – schlafen
 
Mit dem Werkzeug der Fünf-Elemente-Lehre werden zyklische Abläufe in der Natur gemessen. Die Elemente stehen folgendermassen zueinander, wenn man zum Beispiel die Jahreszeiten betrachtet:

Holz – Frühling
Feuer – Sommer
Erde – Erntezeit (Spätsommer)
Metall – Herbst
Wasser – Winter
 
Es werden weitere Entsprechungen definiert, so wird zum Beispiel jedem Element eine Farbe zugeordnet, ein Ton etc. und auf den Menschen bezogen ein Organ, eine Körperöffnung, ein Geschmack, eine Temperatur von kalt über kühl, neutral bis warm und heiss, eine Stimmung von Wut bis Trauer etc. Selbstverständlich haben diese Entsprechungen untereinander auch wieder Beziehungen und so kommt man vom Hundersten ins Tausendste. Die Entsprechungen sind so logisch, dass die oft leicht selbst abzuleiten sind. klar ist, dass die Sonne dem Yang zuzuordnen ist, dem Feuerelement und damit der Hitze, der Farbe rot usw. Im Körper entspricht das natürlich dem Herzen.

Qi

Die Chinesen haben weiter gemerkt, dass es zwei fundamental wichtige Dinge gibt, die in der lebenden Natur zusammenkommen müssen, dass da etwas geschieht: einerseits gibt es die Substanz und anderseits eine Kraft, die diese bewegt. Das eine kann nicht ohne das andere leben. Die Kraft, die alles bewegt, können wir etwas banal Energie nennen. Die Chinesen haben den Namen Qi dafür.

Krankmachende Faktoren

Wenn im Menschen das Qi harmonisch fliesst, ist er gesund. Es gibt aber viele krankmachende Mächte, die diesen Qi-Fluss stören: Äussere Faktoren sind die klimatischen Einflüsse wie Wind, Kälte, Hitze, Trockenheit und Feuchtigkeit, aber natürlich auch Naturgewalten wie Erdbeben, Fluten und weitere menschliche Katastrophen wie Krieg und Mord. Innere Faktoren sind die psychischen Regungen. Weitere zu Krankheit führende Gründe sind falsche Ernährung, übertriebene Konsumation der eigenen Kräfte (zu viel Arbeit, Stress, zu wenig Schlaf, zu viel Sex). Alle krankmachenden Elemente greifen den Körper an. Die Chinesen können den Entsprechungen von Yin&Yang und der 5-E-Lehre gemäss genau sagen, welche äussere oder innere Störung sich wo am ehesten schädigend auswirkt.