Fragen zu Themen für TCM-Fachpersonen

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Chinesische Medizin

Was muss ich zum Thema Doping beachten, wenn ich Sportler behandle?

Bezüglich Dopingproben muss auf Herba Ephedrae (Ma Huang, Meerträubel) verzichtet werden. Dieses Mittel findet sich oft in Rezepturen gegen Erkältungen, Husten und Asthma, denn es enthält den Wirkstoff Ephedrin. Ephedrin wirkt ähnlich wie Adrenalin und aus Ephedrin wird auch Amphetamin hergestellt. Auch Pinellia (Ban Xia) enthält minimste Mengen an Ephedrin. Dopingbehörden setzten einen Grenzwert von 10 Mikrogramm/ml im Urin fest. Zum Nachweis von Ephedrin im Blut oder Urin findet sich an einer Stelle im Internet diese Information:

‘Im Blut ist Ephedrin normalerweise maximal 24 Stunden nach dem Konsum noch nachweisbar. Soll das Vorhandensein der Substanz durch einen Urintest über-prüft werden, ist in der Regel ein Zeitraum zwischen zwei und vier Tagen maßgeblich. In den Haaren ist der Wirkstoff übrigens am längsten nachweisbar: Auch wenn bereits mehrere Monate vergangen sind, kann Ephedrin durch eine Haaranalyse noch nachgewiesen werden. Bedenken Sie, diese Angaben sind lediglich als Richtwerte zu verstehen. Je nachdem, wieviel eine Person konsumiert hat, in welcher Verfassung der Körper ist oder wie viel Zeit zwischen dem Konsum von Ephedrin und dem Drogentest liegt, können die Nachweiszeiten variieren.’

Zu Pinellia (BanXia): Unser Hauptlieferant meldet, dass es ihm noch nicht gelungen ist, Ephedrin in Pinellia nachzuweisen. Das dürfte daran liegen, dass der Gehalt an Ephedrin in Pinellia etwa in der Gegend der Nachweisgrenze für diesen Stoff liegt, d.h. der Gehalt ist so tief, dass er wohl nur gerade knapp oder eben gar nicht mit höchstempfindlichen Laborgeräten nachweisbar ist. Der Laborleiter von Brion, dem Analytiklabor unseres Hauptlieferanten äusserte schon den Verdacht, es könnte sich bei den Meldungen zu Ephedrin in Pinellia um eine Geschichte handeln, die in der Fachliteratur herumgeistert, aber gar nicht Tatsachen entspreche. Subhuti Dharmananda, eine von uns immer wieder sehr geschätzte Auskunftsstelle, berichtet, der Ephedringehalt in Ma Huang betrage 0.7-1.2%, In Extrakten (Granulaten) 6-8%, wogegen er bei Pinellia (BanXia) 0.002% sei.

Aufgrund dieser Berichte darf man annehmen, dass Sportler, welche Dopingproben abzuliefern haben, nicht auf die Einnahme von pinelliahaltigen TCM-Mitteln verzichten müssen.

Im Zusammenhang mit Ephedrin wird auch öfters eine Substanz mit ähnlichem Namen genannt: Synephrin. Nicht nur der Name ist ähnlich, sondern auch die chemische Struktur und die Wirkung. Das Mittel steht aber nicht auf der Dopingliste. Hingegen haben schlaue Geschäftsleute, nachdem Ephedrin in gewissen Ländern verboten wurde, auf Synephrin umgestellt. Mehr noch als zur Leistungssteigerung wurde Ephedrin in Schlankheitspillen verarbeitet, weil es angeblich Fett verbrenne. Man ersetzte also Ephedrin durch Synephrin. In hohen Dosen und mit anderen, ähnlichen Mitteln gegeben können solche Mittel unerwünschte Wirkungen zeigen. Dass man deswegen aber Pflanzen, welche unter anderem Synephrin enthalten, anschwärzen muss, ist völlig abwegig. Synephrin ist in allen Schalen von Citrusfrüchten (Chen Pi, Zhi Ke/Zhi Qiao, Zhi Shi, Qing Pi, Fo Shou…) enthalten und auch in Evodia (Wu Zhu Yu). Auf all diese Mittel müssen Sportler nicht verzichten und auch sonst darf man sich nicht beirren lassen, sie ausgibig zu verwenden.